Grundsätze der Maßnahmegestaltung
Die zielgruppenspezifische Arbeit für Frauen, insbesondere allein Erziehnde und Migrantinnen findet bei BAFF auf unterschiedlichen Ebenen statt. Das Angebot von wohnortnahen Arbeitsplätzen, die Unterstützung bei der Organisation des persönlichen Arbeitsalltags, das schrittweise Heranführen an die beruflichen Aufgabenstellungen und die begleitende sozialpädagogische Betreuung schaffen ein hilfreiches Netz, indem Stärken sichtbar werden, aber auch Schwächen zielorientiert bearbeitet werden können.
Allen Maßnahmen bei BAFF liegt ein gemeinsames Konzept zu Grunde:
- In mindestens 9-monatigen Maßnahmen werden die Teilnehmerinnen in Fach-, Handlungs- und Sozialkompetenz qualifiziert.
- Fachliche Qualifizierung und Sprachförderung hat einen besonderen Stellenwert. Um der Zielgruppe gerecht zu werden, sind die Qualifizierungsangebote schwerpunktmäßig niedrigschwellig angelegt und eng mit der Praxis verbunden.
- Fachpraktische Ansätze erhöhen die Motivation und das Durchhaltevermögen bildungsferner Zielgruppen.
- Die fachpraktischen Einsatzfelder sind arbeitsmarktnah und damit sinnstiftend ausgerichtet. Hierdurch können nachhaltig marktgerechte Bedingungen vermittelt und geübt werden.
- Die jeweiligen Zielgruppen werden bezogen auf die persönlichen Bereiche, die eine Arbeitsaufnahme verhindern, sozialpädagogisch begleitet.
- Bei Familienfrauen stellt die erfolgreiche Bearbeitung der Problematiken im Bereich „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ einen wesentlichen Grundstein zur Integration in den 1. Arbeitsmarkt dar.
Arbeitsgelegenheiten
Sie sind ALG-II-Bezieher/in und haben Interesse an einer Arbeitsgelegenheit nach § 16, Abs. 3 SGB II (Mehraufwandsentschädigung oder Entgeltvariante)
Unsere möglichen Einsatzorte für eine Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung:
- Café (N)Immersatt im Kinderhaus Paradies, Eberstatt-Süd
- Waschsalon BAFF / Eberstadt-Süd
- Schulküche in der Freien Comeniusschule, Kranichstein
- Bistro Porta Emilia im Frauenkommunikations- und -kulturzentrum, Martinsviertel
- Café Margret im Altenheim Emilstraße, Martinsviertel
- Kantine im Stadthaus, Bürgerparkviertel
Unterstützende Angebote
- fachpraktische Qualifizierung
- theoretische Qualifizierungskurse
- berufsbezogenes Deutsch
- Hauswirtschaft und Gastgewerbe
- Einsatzzeiten von 20 – 29 Std./Wo
- Mehraufwandsentschädigung
(1 € – 1,50 € pro geleistete Stunde) - Maßnahmedauer max. 9 Monate
- Unterstützung bei der Suche nach Anschlussarbeitsstellen
- sozialpädagogische Begleitung
In diesem Projekt werden ALG-II-Bezieher/innen im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten sowohl im Großküchenbereich als auch im Bereich Kundenorientierung und Service qualifiziert, um ihre beruflichen Chancen für den berufl. Wiedereinstieg in den 1. Arbeitsmarkt zu verbessern.
- Kantine in der Agentur für Arbeit
- Qualifizierung durch Grundlagenvermittlung
- Teilzeitarbeitsstellen mit 31,5 Wochenstunden
- 9 monatige Arbeitsverträge
- Unterstützung bei der Suche nach Anschlussarbeitsstellen
- sozialpädagogische Begleitung
Ansprechpartnerin für Bewerber/innen
Larissa Lechler
l.lechler@baff-darmstadt.de
Telefon 06151.66 97 21 24
Sprachförderung „Berufsbezogenes Deutsch“
Insbesondere Migrantinnen und Aussiedlerinnen, auch wenn sie bereits lange in Deutschland leben, haben nach wie vor mehrheitlich gravierende sprachliche Defizite. Dies begründet sich auch dadurch, dass erfahrungsgemäß bei Migrantinnen und Aussiedlerinnen, die bereits länger in Deutschland verweilen, der Sprachförderung in der Vergangenheit zu wenig Bedeutung beigemessen wurde. Hier besteht ein erheblicher Nachholbedarf.
Das Beherrschen der deutschen Sprache in Wort und Schrift ist heute eine notwendige Grundlage, um sich den beruflichen Anforderungen in Deutschland überhaupt stellen zu können. Um dem Sprachentwicklungs- und Wissenstand von gering qualifizierten bildungsinteressierter Arbeitslosengeld II Bezieher/innen gerecht werden zu können, orientiert sich der Inhalt des Qualifizierungsangebotes „Deutsch für den beruflichen Alltag“ hauptsächlich an den praktischen Arbeitsabläufen der Alltagssituationen in den Betriebsstätten, d. h. an hauswirtschaftlichen und gastronomischen Tätigkeitsfeldern.
Folgende Inhalte werden beispielhaft hervorgehoben:
- Fachliche Begriffe verstehen und zuordnen können
- Gespräche führen können (Kundenkontakte, Vorstellungsgespräche usw.)
- Telefonate führen
- Fachspezifischer Umgang mit Kunden
- Arbeitsalltag in Betriebsstätten
- Arbeitsaufträge in Betriebsstätten
- Hygiene, Gesundheits- und Unfallvorschriften
- Formulare verstehen und verwenden
- Schriftverkehr
- Informationsbeschaffung
Fachspezifische Qualifizierungsbausteine
Aufbauend auf den erworbenen Sprachkenntnissen werden „Fachspezifische Angebote zur Hauswirtschaft und Fachkraft im Gastgewerbe“ angeboten.
Diese Qualifizierungsmodule setzen an den Ausbildungsinhalten der Ausbildung zur Hauswirtschafterin und der Fachkraft im Gastgewerbe an. Die Arbeitslosengeld II Bezieher/ -innen erhalten durch die angebotenen Bausteine Unterstützung bei der Vorbereitung auf die externe Abschlussprüfung der jeweiligen Berufe. Alle Qualifizierungsbausteine sind durch die IHK Darmstadt zertifziert.
Folgende Inhalte werden beispielhaft genannt:
- Arbeitsorganisation und -kommunikation
- Einsatz von Maschinen, Geräten und Gebrauchsgütern
- Ernährungslehre
- Lebensmittelkunde
- Speisenzubereitung
- Zahlungsverkehr, Grundrechenarten
- Gestaltung und Dekoration
- Servicebereich
- Umgang mit Kunden im Servicebereich
- Hygienebestimmungen
- Umweltschutz
- Arbeitssicherheit, Unfallverhütung und erste Hilfe
- Betriebliche Warenwirtschaft und Lagerung
- Textilkunde
Um zwischen den fachtheoretischen Inhalten einen engen Kontext mit der Fachpraxis herstellen zu können, erfolgt regelmäßig ein struktureller Austausch zwischen den Honorarkräften der Qualifizierung und den jeweiligen Leiterinnen/Fachanleiterinnen der Betriebstätten.
Sozialpädagogische Begleitung
Die sozialpädagogische Begleitung konzentriert sich insbesondere auf die Bearbeitung von „Störungen“, die eine Einmündung in den beruflichen Alltag des 1. Arbeitsmarktes behindern. Hierzu werden individuelle Beratungsgespräche und Gruppenverantaltungen angeboten.
Über Profiling, biografische Interviews und Umfeldanalyse erfolgt ein differenziertes Kennenlernen der Teilnehmerinnen. Mit Unterstützung von Potenzialanalysen, Kompetenzfeststellungsverfahren, beispielsweise „Hamet 2“ und „KEN“, ein Kompetenz-Entwicklungs-System zur Integration von Migrant/innen, und dem Erstellen von beruflichen Anforderungsprofilen können erste Standpunkte für einen Berufswegeplan festgelegt werden und im Laufe der Maßnahme konkretisiert und gegebenenfalls korrigiert werden.
In regelmäßigen Förderplangesprächen werden die Leistungen der Teilnehmerinnen beurteilt und es werden Zielvereinbarungen für die Zukunft getroffen. In diesem Zusammenhang kommt der Schulung der Selbst- und Fremdwahrnehmung eine besondere Bedeutung zu.
Eine grundlegende Voraussetzung für eine Integration ins Erwerbsleben ist die Unterstützung bei Bewerbungsbemühungen. Die Teilnehmerinnen werden im Rahmen der Maßnahmen auf offene Stellen aufmerksam gemacht und bei der eigenständigen Stellenrecherche unterstützt. Zur Erstellung vollständiger und aktueller Bewerbungsunterlagen kann auch an andere unterstützende Institutionen verwiesen werden. Bewerbungstraining ist kontinuierlicher Bestandteil der sozialpädagogischen Arbeit.
BIWAQ
ESF-Bundesprogramm „Soziale Stadt-Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“
BIWAQ ist ein Förderprogramm für Teilhabe und Chancengerechtigkeit in den Gebieten des Städtebauförderungsprogramms
„Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – Soziale Stadt“.
Die Maßnahme steht 16 ALG-II Beziehrinnen aus Darmstadt zur Verfügung,
vorrangig aus den Wohngebieten Kranichstein und Eberstadt-Süd.
Stärken und Schwächen bezüglich der Integration in den 1. Arbeitsmarkt werden aufgearbeitet.
BAFF setzt im Rahmen dieses Programms in den beiden Darmstädter Stadtteilen Kranichstein und Eberstadt-Süd einen Kinderkleider-Spielzeug-Secondhandladen um, der insbesondere den Bewohnerinnen der Stadtteile zur Verfügung stehen.
Rahmenbedingungen des Projektes
- Teilzeitstellen SVB (21 u. 31,5 Wochenstunden) nach § 16 e des SGB II
- Befristete Maßnahmedauer (max. 24 Monate)
- Qualifizierung durch Grundlagenvermittlung
- Zertifizierte Qualifizierungsbausteine
- Sozialpädagogische Begleitung
- Unterstützung bei der Suche nach Anschlussarbeitstellen
Die praktische Arbeit findet in folgenden Beschäftigungsprojekten statt
Kinderkleider-Spielzeug-Secondhand-Laden
secondhandladen@baff-darmstadt.de
Fasaneriezentrum
Siemensstraße 6
64289 Darmstadt
Telefon 0 61 51.96 78 794
Waschsalon BAFF
waschsalon@baff-darmstadt.de
August-Metzweg 3
64297 Darmstadt
Der Verkauf der Kinderkleider- und Spielzeugspenden erfolgt zu einem symbolischen Preis und trägt zur Finanzierung des Gesamtprojektes bei.
Ansprechpartnerin:
Cornelia Biedenkapp
c.biedenkapp@baff-darmstadt.de
Telefon 0 61 51.96 78 794
Hess. Landesprogramm Perspektive 2
Hess. Landesprogramm „Perspektive II“
„Verbesserung des Zugangs zu Beschäftigung sowie der sozialen Eingliederung von benachteiligten Personen“
Die Maßnahme steht 19 Migrantinnen im ALG-II-Bezug aus Darmstadt zur Verfügung. In diesem Projekt stehen insbesondere
die Migrationshintergründe der Teilnehmerinnen und deren Bedarfsgemeinschaften im Blickfeld. Stärken und Schwächen
bezüglich der Integration in den 1. Arbeitsmarkt werden aufgearbeitet.
Rahmenbedingungen des Projektes:
- Teilzeitstellen SVB (21 u. 31,5 Wochenstunden) nach § 16 e des SGB II
- Befristete Maßnahmedauer (max. 24 Monate)
- Qualifizierung durch Grundlagenvermittlung
- Anerkannte Qualifizierungsbausteine
- Sozialpädagogische Begleitung
- Unterstützung bei der Suche nach Anschlussarbeitstellen
Die praktische Arbeit findet in folgenden Beschäftigungsprojekten statt:
- Schulküche in Kranichstein
- Café Margret im Altenheim Emilstraße
- Café /N)Immmersatt in Eberstadt-Süd
- Kantine in der Agentur für Arbeit
- Cafeteria im TIZ in der Weststadt
- Kantine in der Agentur für Arbeit
In beiden Projekten werden ALG-II-Bezieher/innen im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten sowohl im Großküchenbereich als auch im Bereich Kundenorientierung und Service qualifiziert, um ihre beruflichen Chancen für den beruflichen Wiedereinstieg in den 1. Arbeitsmarkt zu verbessern.
Ansprechpartnerin:
Larissa Lechler
l.lechler@baff-darmstadt.de
Telefon 0 61 51.66 97 21 24